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28. Dezember 2006

Windows Home Server

Überblick und Tipps zur Installation des Windows Home Servers.

Microsoft Windows Home Server: Eine kleine Einführung

Der Windows Server soll laut Microsoft allen “digital aspects of your life” dienen, d.h. die Möglichkeit bieten eine große Bandbreite an PCs und Geräten anzuschließen, zu verbinden und damit Menschen zu verbinden. Der Windows Home Server soll die ganze Familie einen Weg bieten wichtige Daten zu speichern, zu tauschen und automatisch zu sichern/ schützen. Der Microsoft Windows Server soll Speicherort der ?digital memories?/ der digitalen Erinnerungen werden.

(frei ausgelegte Übersetzung der MS Webseite bzgl. Home Server).

Der Windows Server dient als zentraler (!) Speicherort von Musik, Fotos und Dateien, der von überall im Haus erreichbar ist. Der Server soll automatische Sicherung und Wiederherstellung von Dateien gewährleisten und den Zugriff auf die Dateien des Home Servers über das Internet, d.h. von jedem am Internet angeschlossenen Geräts, durch einen sicheren Webzugriff.

(e.d.)

Übersicht ohne Marketinggewäsch

Der Windows Home Server ist ein angepasster Windows Server 2003 Small Business Edition (inklusive Service Pack 2 ohne Mailserver) für Verbraucher / Endkunden. Der Server soll alle Funktionen mit sich bringen die Heimnetzwerk-Enthusiasten benötigen bei gleichzeitiger ?Schlichtheit? der Administration (im Vergleich zu Linux). Die Oberfläche und das Interface wurden soweit vereinfacht, so dass sogar ?Mutti? den Server administrieren kann.

Microsoft reagiert auf den Markt mit einer großen Anzahl an Nutzern von Breitbandanschlüssen und mit zwei oder mehr PCs im Haus / @home! All diese Nutzer haben i.d.R. Digitalkamera, MP3-Player und eine große Anzahl an persönlichen Dateien. Microsoft geht wohl davon aus, dass zunächst die PC- und NetzEnthusiasten (also wir) den Windows Home Server (WHS) einsetzen und dann den Papis und Muttis näher bringen, für die der WHS entwickelt wird!

Zu was dient der Windows Server den nun?
Der Server soll viele PCs beispielsweise innerhalb eines Hauses auf einfache Art und Weise miteinander verbinden und eine zuverlässiger Weg sein Daten zu speichern, auf Daten zu zugreifen, Daten anzubieten und automatisch zu sichern. Diese Daten sollen digitale Bilder, Videos, Musik und persönliche Dokumente sein.

Was unterscheidet den Server von anderen Produkten?
Viele die einen Server haben werden fragen, welchen Vorteil ein Windows Homes Server nun bringt gegenüber ihrem VDR-Server unter Linux oder Ihrem alten Windows 2000 Rechner, der als Datenschleuder im Hause dient.

Vorteile des Windows Servers:

– nie da gewesene bedienungsfreundliche Datensicherungslösung
– zentral ausbaufähiger Speicherplatz / Speicherlösung
– einen Remote Zugriff auf den Server und seine Dateien von überall auf der Welt über eine Windows LIVE Adresse, wobei der Zugriff auf Ordner und Funktionen durch Rechte für jeden Benutzer fein abstimmbar ist.
– eine große Bandbreite an Programmen und Tools von Drittanbietern
– einfach aufzusetzende, anschließbare und konfigurierbare Serverlösung

Was ist der Server nicht?

Er soll nicht den Desktop PC oder das Media Center ersetzen. Der WHS dient in erster Linie als zentraler, erweiterbarer und vertrauenswürdiger Ort für Daten in einem privaten Netzwerk. Aus diesem Grund ist der Server als Fertigprodukt aus Hardware und Software geplant. Da Microsoft jedoch schon die Systembuilder-Version angekündigt hat wird einem privaten Kauf der Software und dem Eigenbau der Hardware nichts im Wege stehen.

Windows Home Server Versionen

Laut der aktuellen Ct (16/07) kommt der WHS in einer 120tage Version und in einer Systembuilder-Ausgabe heraus. Augenblicklich gibt es keine lokalisierten Windows Home Server Varianten. Es sollen im Herbst Fassungen in Deutsch, Französisch, und Spanisch veröffentlicht werden.
Es bleibt meiner Meinung nach abzuwarten, ob es sich lohnt eine OEM-Partnerlösung zu kaufen oder die Systembuildervariante. Augenblicklich haben Hewlett-Packard (Stichwort: MediaSmart-Server), Fujitsu-Siemens und Medion Server angekündigt.

WHS – Meine Meinung

Der Windows Home Server wird bestimmt seine Absatzkunden finden, vorallem im Segment der Verbaucher, die keinen Linuxserver administrieren wollen. Wenn der Windows Server ausschließlich als Backupmedium und Dateiserver (für das Intra- und Internet) dienen soll, ist er jedoch gerade in Zeiten von hohen Stromkosten und der Klimawandeldiskussion unrentabel.

Ich sehe die Zukunft des Home Servers in der zentralen Schnittstelle für in der Wohnung verteilte Settopboxen im Kinderzimmer, Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche.

WHS als Mediaserver: Über den Windows Server müssten Fernsehkanäle zu empfangen und aufzunehmen (Videosammlung) sein, die Musiksammlung zentral verwaltet und genutzt werden können, Fotos gelagert und abspielbar (bsp. auf dem Fernseher) sein.
Die Home Server – Windows Mediacenter – Variante ist leider aber bisher nicht in sicht, oder?

WHS als Backupserver (-medium): Der Home Server bietet die Möglichkeit von von angeschlossenen Windows Systemen Backups anzufertigen. Nach meinen Tetsts ist die noch sehr umständlich im Vergleich zu Acronis BackupLösungen u.ä. Die im Windows Home Server vorgesehene Unterstützung von Raid-Systemen ist hier bezüglich Datensicherheit der richtige Ansatz. Für mich persönlich ist aber die Vorstellung alle meine Daten auf einem Windows Server, auf einem sehr virenanfälligen Betriebssystem, zu haben irgendwie unwirklich, aber vielleicht wird das ja noch besser…

WHS: Test mit Vmware Server

Der Windows Home Server war in der Betaphase frei herunter zu laden. In Zukunft wird die Test möglicheit wohl mit einer 120tage TEstversion weiter gegeben sein.
Ich habe den WHS versucht in einem VMWare Server zu installieren. Die ersten Versuchen scheiterten kläglich. VMWare Server und WHS wollten nicht miteinander arbeiten bis ich mir das Image des Buslogic-Treibers bei VMWare besorgt habe und dieses in VMware als solches in das Diskettenlaufwerk eingebunden habe und als Festplattencontroller Buslogic auswählte. Des Weiteren sollte man bei der Installation des Windows Home Servers dick Festplattenplatz (~ 40 GB) vorsehen ansonsten meckert Windows.
Nach ca. 7 maligem Neustart (!) und etlichen Onlineupdates (ich dachte Linux wäre updatehungrig) ist es dann soweit und der WHS zeigt sich. Die Oberfläche ist etwas an Windows Vista angelehnt und alles in alles so einfach und umständlich wie Windows immer ist. Mit etwas ausprobieren bekommt man schnell alle zentralen Funktionen in den Griff. Letztendlich macht der Home Server aber nur auf entsprechender Hardware sinn, aber testen lohnt sich!